das ist Un souvenir de rue

Un souvenir de rue



"Straßenfotografie mit einem Instax ": Genau dieser gewagten Herausforderung, habe ich mich gestellt.

In einer Zeit, in der die Digitalität ihren Höhepunkt erreicht hat und die Debatte zwischen JPG und RAW weiterläuft, wollte ich das Format des Silbersulfidblattes testen, anders gesagt, den Sofortfilm. Die Idee kam mir an einem Urlaubstag, als ich meine Digitalkamera im Hotel vergessen hatte und das einzige Gerät, das ich bei mir hatte, eine einfache Instax Mini 9 von Fujifilm war. Ein Apparat, den wir normalerweise für Grimassen und Erinnerungsfotos verwenden. Um es einfach auszudrücken: Die Kamera ist mit einer Kassette, die zehn lichtempfindliche Papiere beinhaltet, bestückt. In Bezug auf die Einstellung entschied sich Fuji, es einfach zu machen: ein Haus, eine Wolke, eine Sonne und eine Sonne mit etwas mehr Radius sind auf der Kamera zu erkennen. Darum frage ich mich, warum man sich mit Begriffen wie Verschlusszeit, Blende und ISO, den Kopf zerbricht. Mit einer Sonne trifft man den Nagel auf den Kopf, ohne sich das Leben unnötig schwer zu machen. Nach mehreren Versuchen stieß ich auf einige praktische Schwierigkeiten. Am Anfang bereitete mir der Blitz einige Probleme. Gassen, Autos oder andere unbewegliche Gegenstände, konnte ich stets, problemlos fotografieren. Sobald man aber Menschen fotografieren möchte, wird es komplizierter. Mit meinem XT-20 ist es simpel. Ich erzeuge beim Fotografieren keinen Lärm. Ich erlaube mir sogar mehrere Fotos zu machen, um sicher zu gehen, dass ich erhalte was ich will. Vor allem stört es niemanden und ich kann, sobald ich fertig bin, wieder unauffällig in der Menschenmenge untertauchen. Mit dem Mini 9 ist es ein wenig heikler. Der Blitz explodiert regelrecht. Wenn man eine Nahaufnahme machen möchte, muss man dann damit rechnen, ein paar komische Blicke zu ernten. Unter diesen Voraussetzungen ist es leichter gesagt als getan, wenn Sie das Gefühl haben, dass sie ohne Problem ein weiteres Bild schiessen können, wenn das erste nicht gelungen ist.

Sobald man das Bild dann hat, kommt schon das nächste Problem: Das Format. Dass das Foto, aussieht als wäre es ein Reinfall, verleiht dem Ganzen eigentlich einen gewissen Charme den solche. Aber sobald sich dann herausstellt, dass die Fotos 4 cm x 6 cm sind, fängt man an zu zweifeln. Vor allem, nach dem man versucht hat die Bilder mithilfe des Scanners zu vergrössern, und leider feststehlen muss, dass dann einfach viel zu viele Details fehlen. Schliesslich müssen noch die Kosten des Ganzen in Betracht gezogen werden, die ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Für 20 Blätter bezahlt man 24,95 CHF. Wenn man ein wenig rechnet, erkennt man schnell, dass jeder Schuss 1,25 CHF kostet. Für diesen Preis kriegt man 500 g halbgebackenes Brot im örtlichen Supermarkt, oder halt ein nicht gespeichertes, schlecht belichtetes 4 x 6 cm großes Foto. Trotzdem bleibt es ein interessantes Gerät, denn jeder Dreh ist einzigartig. Der Moment, in dem man den Finger auf den Auslöser legt, erzeugt einen kurzen Zeitpunkt, oder vielmehr ein Gefühl, von Stress und Aufregung, gefolgt von einer endlosen Spannung, die bis zum Ende hin dauert. Abschliessend lässt sich sagen, dass es nicht das ideale Werkzeug für diese Art von Fotos ist. Die Befriedigung des Bildes, das langsam zwischen unseren Fingern erscheint, die Aufregung, nur eine einzelne Aufnahme (für die lebenden Personen) zu besitzen, und natürlich der „Vintage“ Aspekt, lassen das ganze wie ein lustiges Spiel wirken. Ich kann Ihnen nur raten, es selbst zu versuchen. Heute sind Sofortbildkameras wirklich überall erhältlich. Es gibt natürlich immer noch die gesamte Palette von Fujifilm, sowie die große Polaroid mit ihrer neuen OneStep-Reihe. Und wenn Sie zufälligerweise noch eine haben, die irgendwo, verstaubt auf dem Dachboden herumliegt, können Sie ganz einfach bei der Filiale „IMPOSSIBLE" Papiere für ihre Kamera kaufen, um das alte Ding wieder in Schwung zu bringen.


Mazlum